Seit 2023 bringt die Stiftung kampfmittelfreier Lebensraum bereits Fachleute der Luftbilddatenbank Dr. Carls und der TAUBER Unternehmensgruppe zusammen. Der kontinuierliche Austausch schafft Verständnis für die jeweils anderen Arbeitsschritte und stärkt damit eine wichtige Schnittstelle innerhalb der Kampfmittelräumung.
Beide Partner geben im Rahmen dieses Austauschs regelmäßig Einblicke in ihre jeweiligen Fachgebiete. Während TAUBER den Mitarbeitenden der Luftbilddatenbank praxisnahe Schulungen zu geophysikalischen Messverfahren und deren Auswertung anbietet, erfahren diese im Gegenzug bei Besuchen in der Luftbilddatenbank mehr über die Analyse historischer Luftbilder und die Identifikation potenzieller Verdachtsflächen.
Ziel ist es, die jeweiligen Arbeitsschritte besser im Gesamtkontext zu verstehen und die Schnittstellen zwischen Bildauswertung und Detektion gezielt zu stärken. Der Austausch bietet zudem Raum für den Dialog über aktuelle Herausforderungen, technische Entwicklungen und die tägliche Praxis in der Kampfmittelräumung.
Für Simon Gremmler, Fachbereichsleiter für Geophysik & Fortbildung der Stiftung, liegt die besondere Bedeutung des Formats vor allem in der langfristigen Perspektive:
„Ein nachhaltiger Fachaustausch lebt davon, dass das Wissen nicht an den Grenzen einzelner Unternehmen oder Fachbereiche endet. Die Luftbildauswertung und die Geophysik sind zwei wichtige Bereiche in der Kampfmittelräumung, die mit ihrer jeweiligen fachlichen Expertise eng verknüpfte Arbeitsschritte abdecken. Genau dieses Verständnis ist aus meiner Sicht eine wichtige Grundlage dafür, Qualität, Sicherheit und Effizienz auch langfristig weiterzuentwickeln.“
Ein besonderer Bestandteil dieses Engagements ist das Stiftungstestfeld, das als praxisnaher Raum für Erprobung, Demonstration und fachlichen Austausch dient. Hier können Fragestellungen aus der Kampfmittelräumung unter realitätsnahen Bedingungen betrachtet und unterschiedliche fachliche Ansätze miteinander verbunden werden. „Der direkte Austausch schafft Perspektiven, die man aus dem eigenen Arbeitsbereich allein nicht gewinnen kann. Für uns ist es interessant zu sehen, wie unsere Arbeit in die Praxis einfließt “, sagt Johannes Kröckel, Mitarbeiter der Luftbilddatenbank Dr. Carls.
Auch für Nina Möllers, Geophysikerin bei TAUBER, liegt ein besonderer Wert des Austauschs darin, die Arbeit des jeweils anderen kennenzulernen: „Für unsere Arbeit ist die historische Recherche eine wichtige Grundlage. Durch den Austausch bekommen wir einen besseren Einblick, wie aus historischen Luftbildern erste Hinweise entstehen und welche Informationen wir für die anschließende geophysikalische Untersuchung nutzen können. So bekommt man ein besseres Gefühl dafür, was davor passiert und wie die einzelnen Schritte am Ende zusammenhängen.“
Die Stiftung kampfmittelfreier Lebensraum freut sich über den anhaltenden Erfolg des Formats und plant, es auch weiterhin für Partner und Interessierte zu organisieren, um das Bewusstsein für Herausforderungen in der Kampfmittelräumung zu erhöhen und den interdisziplinären Dialog innerhalb der Branche zu stärken.
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